Presse
07.05.2018, 19:57 Uhr | MAZ NP 7.5.2018 / Reyk Grunow, Andreas Vogel
Landratswahl: Am Ende überraschend spannend
Ralf Reinhardt (SPD) fehlen 620 Stimmen, um weiter Landrat bleiben zu können – Jetzt muss der Kreistag entscheiden
Neuruppin. Als gegen 18.30 Uhr gestern die ersten Zahlen aus den kleinen Wahllokalen über den Monitor flimmerten, hielt sich die Überraschung auf der Wahlparty der CDU im Alten Kasino in Neuruppin in Grenzen. Landrat Ralf Reinhardt von der SPD lag demnach deutlich vor seinem Herausforderer Sven
Deter von der CDU. Spannender noch als diese Zahl war aber für alle die der Wahlbeteiligung: Die lag gerade mal knapp über 18 Prozent. Wenn es so bleibt, das war allen klar, dann wird an diesem Abend kein Landrat gewählt. Doch am Ende wurde es spannender als gedacht. Monatelang hatten Deter und Reinhardt die Werbetrommel für sich und für das Amt des Landrates
gerührt. Die CDU hatte fast ein Dutzend Heimatgespräche veranstaltet,
Amtsinhaber Reinhardt versuchte sich erstmals im Straßenwahlkampf und war so präsent, wie in den vergangenen acht Jahren nicht. Beide waren gestern vom Wahlkampf geschafft. „Viele Menschen wissen gar nicht, was der Landrat eigentlich tut“, sagte CDU-Kreischef Jan Redmann. Das haben er und Deter bei den Wahltouren immer wieder gehört. Der Landrat als Chef der Kreisverwaltung ist für die meisten Menschen einfach weit weg. Beide Kandidaten haben versucht, daran etwas zu ändern. Das Ergebnis ist ernüchternd. Reinhardt erreichte 59 Prozent der Stimmen, Deter 41 Prozent. Als 200 von 208 Stimmbezirken ausgezählt waren, sah es fast so aus, als könnte es doch noch einen Sieger geben. Ein Irrtum: Am Ende fehlten dem Amtsinhaber rund 620 Stimmen, um die gesetzliche Mindestzahl der Wählerstimmen zu erreichen. „Die Zielmarke wurde leider nicht erreicht. Die Direktwahl ist im Landkreis noch nicht richtig angekommen“, bedauerte Reinhardt. Dadurch hat jetzt der Kreistag das Sagen, wie vor acht Jahren.
Auch damals hatten die Stimmen für die Direktwahl nicht gereicht. Für Redmann steht fest, dass die Wahl ein Nachspiel haben wird – womöglich sogar auf Landesebene. Die CDU will den Wahlkampf im Kreis Ostprignitz-Ruppin im Innenausschuss des Landtag zum Thema machen. Sie unterstellt Ralf Reinhardt, sein Amt als Landrat ausgenutzt zu haben, um sich im Wahlkampf eine besser Position zu sichern. Nicht die Kreis-SPD habe in
erster Linie für Reinhardt geworben. „Der Wahlkampf wurde aus dem Landratsamt heraus organisiert“, so Redmann. Dass in der Woche vor der Stichwahl auch noch Innenministe Karl-Heinz Schröter – ebenfalls SPD – zweimal nach Neuruppin kam, hält er für bedenklich. Redmann: „Wir werden mit allen Parteien und Wählervereinigungen, die im Kreistag vertreten sind,
Gespräche führen, um einen Politikwechsel im Landkreis hinzu bekommen.“

aktualisiert von Nando Strüfing, 12.05.2018, 20:17 Uhr

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